Ein Zyklus ist kein Hamsterrad

Was es zu gewinnen gibt, wenn wir zyklisch denken statt „schneller, höher, weiter“

Menschen wünschen sich mehr Ruhe auf der Arbeit. Mehr Zeit für das Wesentliche. Das, was sich wirklich wirksam anfühlt. Sinnvoll. Die Dinge reifen lassen. Dafür genug Ressourcen haben. Inneren und äußeren Raum zu schaffen im eigenen Arbeiten ist ein lebenslanger Prozess, weil dafür auf so vielen Ebenen Dinge anders laufen müssten als üblich. Ein Anfang kann sein, ein zyklisches Prozessverständnis in uns zu kultivieren. Als Gegenentwurf zur Hektik des „schneller, höher, weiter“ unserer Arbeitswelt. Denn:

„Schneller, höher, weiter“ bewirkt häufig das Gegenteil dessen, was es vorgibt zu tun: Auf der Suche nach Effizienz – also viel Output bei wenig Input – macht es Dinge schwer statt leicht. Es lässt uns an Projekten, Denkmustern und Beziehungen festhalten, deren Zeit gekommen ist zu vergehen. Es blendet die Ruhe- und Stillephasen aus, aus denen wirklich Neues entstehen kann. Es verführt uns dazu ständig zu priorisieren ohne, dass in unserem Arbeitsleben dadurch Platz entstünde.

Für ein tieferes Verständnis zum Zyklusmodell hört euch mein Audio an. Darin erfahrt ihr, was es an Energie, Klarheit und Kraft zu gewinnen gibt, wenn wir zyklisch denken.

Credits: Das ursprüngliche Konzept wurde entwickelt von Brenda Zimmerman and David Hurst, und ist in vielen Varianten und Formen für die Prozessbegleitung fruchtbar gemacht worden. Unsere Kollegin Barbara hat es bei Christa Cocciole und Julia Hoffmann kennengelernt und für uns angepasst.

In Workshops und Gesprächen erfahren wir immer wieder, wie Glühbirnen angehen und Glaubenssätze auf den Kopf gestellt werden, wenn wir das Modell vorstellen. „Ach so, es geht darum Ideen zu streichen, nicht, sie als besonders wichtig zu priorisieren.“ „Ah, jetzt verstehe ich, wie Projekte für mich sterben, wenn ich sie anderen übergebe und mein Beitrag abgeschlossen ist.“ Allein das Nachdenken darüber eröffnet neue Perspektiven.

Und zugleich gilt: Denkmuster zu verändern ist nicht so einfach. Unter anderem, weil sie auch körperlich tief in uns verankert sind. Sie bewirken, dass uns in manchen Phasen des Zyklus wohler ist als in anderen. Dass es manchmal eng und hektisch und manchmal weit und ruhig in uns wird. Deshalb ist das Nachdenken und darüber reden nur die halbe Miete; und die andere Hälfte liegt im Spüren:

Hier kannst du eine kleine Körperspürreise unternehmen, um das Sterben Lassen zu erkunden. Wie geht es dir damit, Dinge endgültig los zu lassen, und welche Gefühle fordern dich dabei heraus? Wenn wir uns dessen bewusstwerden, wird es leichter solche Momente zu erkennen, in denen etwas losgelassen werden möchte – und das dann auch zu tun.

Einen Blogbeitrag speziell zum Thema Loslassen habe ich auch hier veröffentlicht, falls dich dieser Aspekt besonders anspricht.

Und hier findest du eine Reise zum Aspekt des Reifens und Wachsen Lassens. Wie stark möchtest du Wachstumsprozesse bestimmen und kontrollieren, und was brauchst du, um den Dingen mehr Zeit und Raum zu geben zum Wachsen? Wer in sich spürt, wenn es innerlich eng wird, kann leichter wieder weit werden und durchatmen – und gewinnt das Spielerische zurück.

Falls du merkst, dass du das wirklich tief erkunden möchtest, raten wir dir, dir eine Stunde Zeit zu nehmen und den ganzen Zyklus im wahrsten Sinne des Wortes abzugehen. Dabei kannst du zum Beispiel folgendes produktiv erkunden: Was möchte in der eigenen Arbeit gerade sterben, ruhen, reifen? An welchen Stellen kannst du Fokus und Energie freisetzen, damit die Arbeit sich entfalten kann?

Schreib unserer Kollegin Barbara um einen kostenlosen Audio-Link zu erhalten und den Zyklus im Hinblick auf ein bestimmtes Thema gehend und spürend zu erkunden. 

Und manchmal ist eine Reiseleitung an deiner Seite hilfreich, weil du den Zyklus mit einem ganzen Team oder in Bezug auf ein heikles Thema nutzen möchtest. Dann ist es hilfreich, im direkten Kontakt angeleitet und begleitet zu werden und die Erkundung in andere Fragestellungen und Prozesse einzubetten. Denn nicht selten geht es dabei um Spannungen in uns und mit anderen, Sorgen und Ängste, Glaubenssätze in Bezug auf Wert durch Leistung, Visionsfindung und andere große Themen, für die wiederum gezielte Begleitung dienlich ist.

Oder es braucht garnicht viel Spüren, sondern schlicht fachlichen Input um zu erkennen, welche Methoden, Rituale und Maßnahmen im eigenen Team angewendet werden können, um allen Phasen ausreichend Platz zu geben und tatsächlich zyklisch unterwegs zu sein.

Schreib uns gerne, wenn du dich für das Thema interessierst, Fragen oder Feedback hast oder einfach gemeinsam schauen möchtest, ob wir eine passende Begleitung für eine Erkundung wären.